Zwei Auszüge aus dem Buch von Udo Pollmer und Dr. Monika Niehaus aus dem Jahre 2010, ISBN 978-3-8354-0651-3

Wer gesund lebt, ist selber Schuld.

Seite 113: Warum bedrohen uns heute Pandemien?

Um nach dem Vogelgrippe-Fiasko 2006 endlich eine ordentliche Pandemie ausrufen zu können, hat die WHO (Weltgesundheitsorganisation) klammheimlich an der Definition gedreht. Bisher bedeutete eine Pandemie eine Seuche mit hoher Sterblichkeit - also beispielsweise einen weltweiten Ausbruch der Pest. Das gilt heute nicht mehr: Der Passus "eine sehr große Zahl von Toten und Kranken" verschwand sang- und klanglos in der Schublade. Als Pandemie kann ab jetzt jeder Schnupfen bezeichnet werden.

Wie es dazu kam? Zur Experdengruppe der WHO, die über das Ausrufen der Schweinegrippe-Pandemie beriet, gehörten Vertreter der beiden Impfstoffhersteller Novartis und GlaxoSmithKline. Die Aktienkurse dieser Pharmahersteller schnellten daraufhin raketenartig nach oben. Sir Roy Anderson, ein Berater der britischen Regierung, hat das wohl geahnt. Schon nach den allerersten Grippefällen in Mexiko warnte er vor einer Pandemie, gegen die es jedoch zum Glück "zwei effektive Mittel" gebe. Was er zu sagen vergaß, war, das er bei GlaxoSmithKline als Lobbyist in Lohn und Brot steht.

Quelle: Schweinegrippe: Alles im Griff? arznei-telegramm 2009; H.9: 77-80 - WEB >>

Seite 145:  Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?

Sie ist bisher harmloser als die "normale" Humaninfluenza (Menschengrippe), die nur etwa 10% aller sogenannten grippalen Infekte ausmacht. In Deutschland hat die Schweinegrippe bei fast allen Betroffenen einen milden Verlauf genommen. "Einzelne Todesfälle werden in der Presse geradezu zelebriert", so Gerd Antes, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO). "Für Sammler von Beispielen, wie man Zahlen nicht interpretieren sollte, herrschen goldene Zeiten." Wenn man bedenkt, dass jedes Jahr viele tausend Menschen an der ganz normalen Humaninfluenza sterben, scheint der Verdacht berechtigt, die Warnung vor der Pandemie sei eine reine Inszenierung und lediglich ein Riesengeschäft für die Pharmaindustrie. Und zwar nicht nur der Impfstoff gegen das Schweinegrippe-Virus H1N1, sondern auch die Schnelltests für die neue Grippe, deren Versagerquote (falsch-negative Ergebnisse) bei 50% liegt. Da ist es deutlich billiger, aber genauso exakt, eine Münze zu werfen.

Quelle: Antes, G.: Schweinegrippe oder Zahlenallergie? Süddeutsche Zeitung vom 7./8.11.09